Login

Schulreise – einmal anders

Iglus im Frühling

Als die 5./6. Mehrjahrgangsklasse am 28. März zum Iglu bauen in die Klewenalp startete, war es im Tal bereits frühlingshaft warm. Schnee war zu diesem Zeitpunkt, selbst von Lungern aus, kaum auszumachen. Nichts desto trotz kämpften sich 22 schwer beladene SchülerInnen bepackt mit Schneeschuhen, warmen Kleidern, Schaufeln, Schneesägen und Essen für drei Tage Richtung Bahnhof. Mit Zug, Bus und Luftseilbahn ging es auf die Klewenalp. Dort auf 1600 Metern zogen nur noch wenige Schneehungrige ihre Spuren in den tiefen Sulzschnee, während sich die Lungerer auf Schneeschuhen Richtung Lagerhaus stapften.
Nach einem kurzen Lunch konnte das Unternehmen Iglubauen starten. An einem schönen Platz ganz in der Nähe des Lagerhauses fand man tatsächlich über EINEN METER tiefen Schnee. Sogleich wurde damit begonnen, Schneeblöcke zu sägen. Die selbst gemachten Schneesägen aus dem Werkunterricht bewiesen ihre Tauglichkeit. An sieben Plätzen wurde gesägt und geschichtet. Nach und nach begannen die Iglus Form anzunehmen. Die SchülerInnen bewiesen grosse Ausdauer und viel Elan, so dass nach 5-6 Stunden Arbeiten sieben halb-fertige Iglus standen. Durchnässt und hungrig freuten sich alle auf das Nachtessen. Salat und Teigwaren mit zwei verschiedenen Saucen tischte die Kochgruppe unter grossem Applaus auf. Einige Unermüdliche genossen noch zur späten Stunde eine Sternschnuppen-Schneeschuhtour. Auf dem Rückweg ohne Fackeln genoss jeder das prächtige Sternenzelt und zum Schluss sichteten einige tatsächlich eine Sternschnuppe!

Der nächste Tag begann mit einem prächtigen Frühstück: 2 kg selbst gebackener Zopf und frische Omeletten. Gestärkt und voller Freude auf die bald fertigen Iglus gab jeder nochmals vollen Einsatz. Zwei Stunden später konnten alle stolz sein auf ihre fertigen Iglus. Sieben Iglus in dieser kurzen Zeit zu bauen, das soll mal einer nachmachen!
Mit dem letzten Schneeblock änderte sich auch das Wetter, Regen setzte ein und alle zogen sich zurück. Während im Keller der Trockner Höchstleistungen vollbrachte, präsentierte die Mittagsgruppe ihre selbst gemachten Spätzli und servierte Wienerli dazu.
Gegen Abend liess der Regen nach, die Sonne blinzelte zwischen den Wolken hindurch. Ein feines Fondue stimmte die Gruppe auf die kommende Iglunacht ein. Die einmalige Möglichkeit bot sich nun an, in einem selbst gemachten Iglu zu übernachten! Zur späten Stunde begleitete die ganze Klasse die Igluaner und Igluanerinnen zur ihren Iglus. Der Weg war mit Fackeln beleuchtet und am Platz leuchteten sechs Iglus um die Wette (ein Iglu hielt dem Regen leider nicht stand). Es war eine feierliche Stimmung, eine richtige Werkschau. Gegenseitige Besuche in den Iglus und fachmännisches Betrachten der Werke gehörten dazu. Nach und nach verabschiedeten sich SchülerInnen und wünschten den sieben verbliebenen Igluanern und Igluanerinnen ein einmaliges Erlebnis. Ein Licht ums andere erlosch, doch geschlafen wurde nur wenig. Schon um sieben Uhr standen die ersten wieder auf der Matte und genossen den prächtigen Sonnenaufgang. Pünktlich aufs Frühstück kehrten die sieben Unentwegten zurück, wo sie von den anderen nach ihren Erlebnissen ausgefragt wurden.
Schon stand der letzte Akt an. Wie die Heinzelmännchen half jeder und jede beim Putzen, so dass nach zwei Stunden das Haus abgegeben werden konnte. Es blieb genügend Zeit, um sich von den Iglus zu verabschieden und sich bei ihnen für dieses einmalige Erlebnis zu bedanken. Mit nun etwas leichteren Rucksäcken traten die 22 SchülerInnen ihren Heimweg an, einige schon ziemlich müde und reif für die Badewanne und's Bett.
Mit vielen schönen und erlebnisreichen Erinnerungen schlief wohl manche und mancher schon etwas früher ein als gewohnt.
Sämi Geissdörfer, Klassenlehrperson